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Und ewig tobt das Kind

Hallo, liebe Papas!

Heute abend was es bei uns wieder einmal soweit: statt friedlich im Bett zu verschwinden, fingen unsere beiden Mädchen an, sich so richtig schön hoch zu schaukeln. Die beiden können zwar stundenlang malen und basteln, aber toben können sie genau so gut. Und das haben sie heute abend mal wieder unter Beweis gestellt.

Jetzt gibt es bei uns meistens ein Problem: wenn sich die Kleinen vor dem ins Bett gehen noch einmal so richtig hoch putschen, dann ist es sehr schwer, sie auf Schlafenszeit umzulenken.

Heute ist mir das gelungen, und zwar folgendermaßen: die beiden wollten Stunts machen, bei denen ich den Heber/Halter/Kratzbaum/etc gegeben habe. Da die zwei erst 5 und 7 sind, macht das auch noch richtig Spaß: handliche Ausmaße 🙂

Nachdem die erste Welle Stunts erledigt war und die Mädchen noch in ihren Tagesklamotten steckten habe ich gesagt, dass ab jetzt nach jedem Stunt ein Teil ausgezogen wird. Und nachdem alles bis auf die Unterwäsche unten war, wurde für die beiden letzten Stunts jeweils ein Teil des Schlafanzuges angezogen.

Dann nach dem allerletzten Abschlußstunt mit Verbeugung noch das Gute-Nacht-Pipi und Händewaschen (Zähne hatten wir schon geputzt) und sie sind anstandslos im Bett verschwunden, wo sie jetzt noch ihre Viertelstunde Laberzeit genießen, bevor es gegen 20:30 den Laberstopp für heute abend gibt.

Die Theorie dahinter

Ersetzt die harte Unterbrechung: “Achtung, jetzt ist Schluß mit Toben! Zieht euch aus, zieht die Schlafanzüge an, macht euch im Bad bettfertig und dann verschwindet im Bett!”

Durch einen graduellen Weg zum gleichen Ziel: “Nach jeder Aktion wird ein Schritt Richtung bettfertig sein unternommen.”

Bei mir sorgte das für einen total entspannten Weg zum Ziel mit Kindern, die bis zuletzt mit Spaß dabei waren (statt in die sonst übliche nach-dem-aufgedreht-sein-Schreikrise zu verfallen).

Da zeigt sich mal wieder, dass meine erste Chefin den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Sie sagte mir vor 12 Jahren: “Nestwärme entsteht dann, wenn man seine Leute genau so schnell über den Tisch zieht, dass die Reibungshitze sich wie… Nestwärme anfühlt.”

Und wie ich heute abend herausgefunden habe, klappt das auch mit dem ins Bett bringen von völlig aufgedrehten Kindern 🙂

Viel Spaß beim Ausprobieren, liebe Papas!

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Der Babynator

Was riecht so spät, durch Nacht und Wind?

Die Windel ists, vom Windelkind.

Du hältst es fest, du hältst es warm,

doch es riecht, dass Gott erbarm.

~ Erste Allgemeine Verunsicherung

Kommt euch das bekannt vor, liebe Papas?

Nachdem die “Einlagen” dank Mischkost immer reichhaltiger wurden, nahm meine Freude am Windelwechseln immer weiter ab. Vor allem, wenn mir dabei auch noch die Ohren blutig geschrieen wurden 🙂

Bis mir diese Idee kam: zum Fließen überstreichen hatte ich mir einmal eine Atemschutzmaske gekauft – und Schallschützer für meine Ohren hatte ich auch noch im Keller. Alles angezogen und fertig war der Babynator:

Babynator zum Einsatz bereit

Damit wurden auch die schmierigsten Aufträge plötzlich zu einer rein mechanischen Herausforderung, der ich mich in aller Ruhe stellen konnte:

  • Kein Gestank mehr dank Aktivkohlefilter
  • Der Lautstärkepegel ging von schmerzhaft auf schmerzlos herunter
  • Bei Bedarf habe ich noch ein Paar Wegwerfhandschuhe angezogen

Falls das für euch jetzt ziemlich verrückt klingt: da seid ihr nicht alleine :).

Was am Wickeltisch passierte:

Papa aussieht wie ein Hund!

~ Mila, 3 Jahre alt

Statt Geschrei kam Lachen, als ich anfing, durch die Maske Wufflaute wie ein Hund zu machen. Das entspannte die Wickelei und was vorher oft ein Kampf mit sich windenden Wickelkindern war, ging plötzlich leicht von der Hand. Und selbst wenn das Geschrei doch mal wieder laut war, dank den Mickymäusen auf meinen Ohren blieb der Pegel im schmerzfreien Bereich. Die nasalen Frontalangriffe der Einlagen waren auch Probleme von gestern dank der Atemschutzmaske mit Aktivkohlefilter.

Papa wirklich aussieht wie ein Hund?

Milas Idee weitergedacht, könntet ihr für eure Kleinen eine wirkliche Maske auf den Mundschutz basteln. Tierkopfmasken gibts im Internet und mit ein paar Büroklammern oder einem Tacker solltet ihr da ziemlich viel kreative Entfaltungsfreiheit haben, liebe Papas!

Über Fotos von euren Kreationen freue ich mich auf jeden Fall 😉

Neugierig geworden?

Hier ist meine Ausrüstungsliste, die Jahre des Windelwechselns mit Bravur überstanden hat:

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Für fitzelige Arbeiten: GluTips

Die beste Erfindung seit geschnittenem Brot in meinen Augen sowie denen der ganzen Familie ist BluTack. Eine erste “Erfindung” rund um BluTack, die ich euch gerne zeigen möchte, sind GluTips:

BluTip

Das sind halb Wattestäbchen (ich kenne sie auch als Q-Tips, daher der Name), halb BluTack.

Da BluTack ungefähr so klebrig ist wie Tesafilm (ein bisschen weniger) und am besten an sich selbst haften bleibt, kann man so ein wunderbares Feinwerkzeug basteln, um fitzelige Arbeiten an engen Stellen zu erledigen: wo der Finger nicht hinkommt und eine Zange oder ein Magnet nicht helfen, da kann der GluTip glänzen. Wir verwenden ihn z.B. für Klebearbeiten, da selbst unsere 5-jährige damit wunderbar kleinste Papierteilchen (mit etwas Geduld) perfekt in Position bringen kann – ohne sich die Finger zu verkleben.

Bastelanleitung

Um einen GluTip zu basteln, braucht ihr ein Wattestäbchen und eine Ecke BluTack.

BluTip Zutaten

Zuerst müsst ihr die Watte auf einer Seite entfernen. Das geht entweder ganz schnell mit einem Nagelzwicker (eine stabile Schere geht auch) oder ihr popelt sie mit etwas zärtlicher Gewalt mit Hilfe eurer Fingernägel ab. Vorteil der zweiten Variante ist, dass euer GluTip hinterher den Zentimeter länger ist, den ihr sonst abgeschnitten hättet – es geht aber wirklich beides: wir haben es probiert 🙂

BluTip ohne Watte

Jetzt knetet ihr die BluTack-Ecke noch etwas weich und wickelt sie um das wattefreie Ende des Wattestäbchens und fertig ist euer GluTip:

Fertiger BluTip

Und wenn ihr euren Kindern noch eine Freude machen wollt, dann taucht das bewattete Ende in quitschebunte Farbe. So sind sie nicht nur praktisch, sondern sehen auch noch schön aus 🙂

Wartung

BluTack ist klebriger, wenn er warm ist. Wenn er also mal nicht genug Haftkraft haben sollte, einfach abziehen, ein wenig kneten und wieder auf das Wattestäbchen damit. Und wenn er seine Zeit abgeleistet hat und die Spitze verdreckt ist, baut einfach eine(n) neue(n GluTip).

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Konfliktfreie Erziehung, geht das?

Ich denke nicht, aber ich habe einen Weg gefunden, der die Anzahl der Konflikte mit unseren Kindern deutlich reduziert hat. Und das, ohne einfach nur nachzugeben. Den möchte ich in diesem Artikel mit euch teilen.

Die Idee dazu kam als ich mir überlegt habe, was mich selbst nervt und streitlustig macht: das passiert vor allem dann, wenn mir ein Neunmalkluger daherkommt und mir seine Thesen aufdrückt. Noch schlimmer, wenn diese Thesen nicht verhandelbar sind und Nachfragen meinerseits abgeschmettert werden.

Und was habe ich dann abends zuhause gemacht?

Alva war mit Ausschneiden beschäftigt, als sie plötzlich eine Idee hatte und losrannte, die Schere noch immer in der Hand. Ich habe sie aufgehalten und ihr (nicht unbedingt freundlich) “klar gemacht”, dass sie mit einer spitzen Schere in der Hand nicht in der Wohnung herumrennen soll. Auf die unvermeidbare Frage “warum denn nicht” kam mein “weil das gefährlich ist und ich es dir sage”. Und schon hatten wir einen Streit, der sicherlich nicht zielführend war.

Wenn wir uns das jetzt mal von außen ansehen, was ist da passiert?

Am Anfang stand für Alva eine tolle Idee. Diese wurde schroff unterbrochen. Das gefällt uns Erwachsenen nicht und unseren Kindern auch nicht. Daher war schon einmal nicht mit viel Geduld und Aufmerksamkeit zu rechnen. Dann wurde gemeckert. Das kann auch keiner leiden.

Und auf die Frage “warum denn nicht” (Selbsteinschätzung des Kindes war ‘ich kann das doch’) kam ein Machtwort statt einer überzeugenden Erklärung. Auch das gefällt keinem Erwachsenen, und Kindern noch viel weniger. Einfach mal an das letzte Gespräch dieser Art mit dem Chef zurückdenken, falls hier gerade ein ‘Aber’ hochkommt: den Kleinen gehts genau so und die müssen noch lernen, mit ihrem Frust umzugehen.

Der Konflikt war da und der darauf folgende Streit brachte keine Einsicht.

Geht das anders?

Ja, das geht.

Eigentlich wollte ich Alva ja vermitteln, dass sie sich verletzen kann, wenn sie mit der Schere durch die Wohnung rennt. Das ideale Ergebnis wäre doch gewesen, dass sie das einsieht und sich als eine Regel merkt, die in ihrem eigenen Interesse ist. Einsicht mit allen Mann auf Kampfstation ist aber verdammt schwierig.

Was wollte ich? Dass Alva zuhört.

Wann hören Kinder gerne zu? Wenn man ihnen eine Geschichte erzählt.

Also habe ich mich zu ihr ans Bett gesetzt und ihr eine Gutenachtgeschichte erzählt. Von ihrem Papa, der sich mit der Schere verletzt hatte, als er als kleiner Junge damit durch die Wohnung gerannt ist. Ich habe ihr auch erzählt, dass meine Eltern mir verboten hatten, mit der Schere in der Hand durch die Wohnung zu laufen und dass ich, genau wie sie, nicht hören wollte. Alva fand, dass ich ein kleiner dummer Junge gewesen bin, weil ich nicht auf meine Eltern hören wollte. Denn eigentlich hatten die ja recht.

Ich habe sie daraufhin gefragt, ob sie vielleicht lieber ein kleines schlaues Mädchen wäre, das auf seine Eltern hört. Und das hat sie. Und zwar nicht nur bei der Schere, sondern bei vielen anderen Alltagsgefahren, über die ich mit ihr auf die gleiche Art und Weise geredet habe.

Warum hat das funktioniert?

Es war eine entspannte Situation, ohne Streit und Konflikt. Es war eine Geschichte. Und es war eine Chance für sie, etwas besser zu machen als ihr Papa damals, als er ein kleiner Junge war.

Und als sie das nächste Mal mit der Schere in der Hand durch die Wohnung rennen wollte, genügte die Frage, ob sie gerade eine kleine schlaue Alva ist oder sich wie der kleine dumme Papa damals verhält. Sie hat kurz überlegt und gesagt “eine kleine schlaue Alva, die nicht die gleichen Dummheiten wie der kleine dumme Papa macht” und die Schere aus der Hand gelegt. Kein Konflikt, kein Geschrei, sondern ein Lob von mir, dass sie wirklich ein schlaues Mädchen ist.

Und es hat nicht lange gedauert, bis sie ihrer kleinen Schwester Mila das Gleiche beigebracht hat, auf die gleiche Art. Also hat sie es nicht nur verstanden, sondern kann es sogar weitergeben.

Erfolg auf ganzer Linie für den großen schlauen Papa und eine Sorge weniger 🙂

Was meint ihr dazu? Falls ihr Fragen habt oder eure Erfahrung schildern wollt, wie das mit euren eigenen Kindern klappt: schreibt es in die Kommentare. Ich freue mich darauf, von euch zu hören!